Chlorkautschuk Anstrich – Erst ein Segen heute ein Gesundheitsrisiko

PCB-Sanierung, Instandsetzung und Beschichtung Hochbehälter Trischkopf Bad Neuenahr-Ahrweiler

Chlorkautschuk Anstrich – Erst ein Segen heute ein Gesundheitsrisiko

Tausende Behälteranlagen wurden in den 60 er bis 90 er Jahren mit einem speziellen Chlorkautschuk System ausgekleidet.

Das Material hatte seinerzeit deutliche Vorteile. Einmal fachgerecht appliziert, hatte der Anstrich eine hohe Lebensdauer. Die Farbtonauswahl (grün und blau) sorgte für eine ansprechende Optik in den Wasserbehältern.

Vor einigen Jahren wurde im Zuge einer Sanierung festgestellt, dass der abgetragene Anstrich eine erhöhte PCB Belastung aufweist. Mehr noch – der PCB penetrierte im Laufe der Zeit bis in die darunterliegenden Mörtelschichten.

Da sich der Chlorkautschuk Anstrich auf Grund der Zirkulation im Laufe der Jahre insbesondere im Bodenbereich löst, können nun Schwebteile in das Trinkwasser abgeführt werden, somit entsteht im Ernstfall ein Gesundheitsrisiko für den Endverbraucher.

Die AQUA CONCEPT GmbH wurde im Dezember 2012 von der EVM Koblenz beauftragt, sich diesem Problem in einer Behälteranlage in Bad Neuenahr-Ahrweiler anzunehmen.

Der mit Chlorkautschuk gestrichene Behälter war zusätzlich mit einer Folienauskleidung versehen. Diese war in Teilbereichen hinterläufig, so dass Wasserverluste und Verkeimungen zu verzeichnen waren.

An der Decke waren auf Grund mindere Betondeckung zahlreiche Korrosionsschäden in der Bewehrung zu erkennen. Die Wände und der Boden konnten vor Beginn der Sanierung nicht in Augenschein genommen werden, da die Bauteile mit Folie verkleidet waren.

Die Prüfung des Chlorkautschuks ergab PCB Werte deutlich überhalb des zulässigen Grenzwerts. Somit unterlag der Abtrag des Anstrichs den Sicherheitsbedingungen TRGS 524 und BGR 128.

Unser Unternehmen entschied sich aus wirtschaftlichen und zeitlichen Gründen dafür, den kontaminierten Anstrich sowie den darunterliegenden Putz mittels Höchstdruckwasserstrahlen zu entfernen. Ein etwaiges Abfräsen wäre zu zeitintensiv und aufwendig gewesen, zumal insgesamt 8 mm Material abgetragen werden mussten.

Das kontaminierte Strahlwasser sowie Bestandteile von Anstrich und Putz wurden mit speziellen Pumpen aus der Kammer gefördert und als Z 1.2 Material entsorgt.

Nach einer Freimessung der Anlage konnte bestätigt werden, dass der Behälter nun schadstofffrei ist.

Nun erfolgte die eigentliche Instandsetzung des Betons. Zahlreiche Korrosionsschäden an Decke und Wänden wurden saniert.

Im Nachgang wurde ein Trockenspritzmörtel in einer Schichtstärke von 35 mm aufgebracht, so dass die zukünftige Betondeckung gewährleistet werden kann.

Der Betreiber kann die Anlage nach erfolgreicher Sanierung nun sorgenfrei und langfristig am Netz lassen.

Sie sehen hier:
Bild 1 = Aufbau vor Sanierung – Folienverkleidung, Chlorkatuschuk, Putz (Trischkopf 0333)
Bild 2 = Behälter nach Strahlen, schadstofffrei
Bild 3 = zahlreiche Korrosionsschäden

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